um 1900

Die in Marsberg ansässigen Bläser und Streicher schlossen sich noch vor 1900 zu einem Verein zusammen. Um die Jahr- hundertwende hieß der Dirigent Peter Lenze. Noten wurden besorgt oder abge- schrieben und man probte fleißig. Gedruckte Blasmusik-ausgaben waren fast nicht zu be- zahlen. Die Musiker wussten sich zu helfen: Im benach-barten Arolsen gab es Militärmusiker, die gegen geringes Entgelt Noten aus ihren Ausgaben abschrieben. Die Tänze und Märsche erfreuten fortan auf Volksfesten die Herzen der Menschen.

 

1900

1900 besorgten Marsberger Musiker unter der Leitung von Peter Lenze die Festmusik zu einem Volksfest in Udorf. An- und Abreise geschahen damals natürlich mit Pferd und Wagen. Nach dem Festzug begann die Tanzmusik. Hochbetagte Marsberger erinnern sich noch an das, was passiert sein soll: Der Dirigent gab den Einsatz zum nächsten Tanz und erschrak sogleich, denn die Hälfte spielte Walzer und die anderen Rheinländer. Niemand achtete auf de Kapellmeister. Jeder spielte stur sein Stück. Das Publikum tanzte diesen

 

"Zwiefachen"

 

und bemerkte den musikalischen Irrsinn gar nicht, wie Peter Lenze später launig erzählte.

 

Die Blas- und Tanzmusikproben fanden in der Wohnung eines bereitwilligen Musikers statt, weil kein geeigneter Übungsraum zur Ver- fügung stand. Das Haus Kapius in der jetzigen Dr. Rentzing Straße war oft der Treffpunkt. Für die Nachbarn erklangen nicht nur unter- haltsame Weisen. Vielmehr soll es manches mal ein "heilloses Gebucke" gewesen sein.

 

1908

im Jahr 1908 zog Musikdirektor Lothringer von Berlin nach Marsberg und eröffnete im Eltern- haus in der Hauptstraße eine Musikschule. Bald erfüllte sich der Wunsch der Marsberger Bläser und Streicher: Musikdirektor Lothringer über- nahm den Musikverein. Er erreichte die ersten beachtlichen Erfolge. Streichmusiker und vor allem Holzbläser wie Flötisten und

Klarinettisten wurden ausgebildet.

 

Voller Ärger legte Dirigent Lothringer sein

Amt nieder, als die Kapelle Volksfeste

ohne sein Wissen spielte. Ihm folgte der pensionierte Militärmusiker Rhode aus Arolsen (heute Bad Arolsen). Es wird berichtet, dass er mit dem Fahrrad zu den Proben kam, und erst am nächsten Morgen nach Arolsen zurückfuhr.

Nach dem Dirigenten Rhode folgte der Dirigent Barthels

 

1928

Barthels wirkte als Leiter des Musikvereins, bis er 1928 von Marsberg versetzt wurde. Der Volksmund berichtete, er sei als Polizist zu weich und zu nachgiebig zu den Bürgern gewesen.

 

Leo König aus dem benachbarten Westheim, Militärmusiker im 1. Weltkrieg, übernahm

die Kapelle. Acht Jahre führte er den Dirigentenstab.

 

Einladung vom 28. April 1928 an den Vorstand der freiwilligen Feuerwehr in Niedermarsberg zur Teilnahme am Musikfest am 24. Juni.  

 

"Um dem Fest einen würdigen Charakter zu verleihen stellt man das freundliche Ersuchen an die Feuerwehr, zur Verschönerung

der Feier mit beizutragen."  

gez. Kleffner - Schriftführer.

 

In der Zeit galt man als Musikchor der Feuerwehr.

 

Am 9. Mai 1928 schreibt der Musikverein Nieder-Marsberg an die Feuerwehr, dass sie in den Festausschuss gewählt worden sei. Man gibt sich der frohen Hoffnung hin, keinen Fehltritt getan zu haben und lädt zu einer Besprechung zum 11. Mai 1928 um 8 1/2 in das Cafe Andreas Gerlach ein.

 

1929

Für das diesjährige Schützenfest wurde die Niedermarsberger Musikkapelle verpflichtet.

 

1932

1932 wurde dem Musikverein mitgeteilt, dass das nächste Bundesschützenfest in Nieder-marsberg gefeiert werden soll.

 

1934

Im Diemelbote vom 6. Oktober 1934 steht nachzulesen: "Ein Frühmarsch durch die Straßen der Stadt mit der Kapelle voran war für die jungen Scharen eine wahre Freude. Nach dem gemeinsamen Kirchgang und dem Mittagskonzert auf dem Marktplatz, wo die Kapelle unter der Leitung von Leo König freudig aufgenommene Proben ihres Könnens im Konzert gab, entwickelte sich gleich nach Mittag ein reger Verkehr in der beflaggten und geschmückten Stadt".

 

1935

Vor dem Krieg probte die Musik lange bei Café Gerlach in der Trift. Familie Gerlach hat nach überlieferten Äußerungen den Musik- verein auch sonst nach Kräften unterstützt. Aus der damaligen Zeit stammt die große Trommel.

 

1936

Politische Unstimmigkeiten führten Ende 1936 zur Auflösung der Kapelle

 

1938

Am 12. November 1938 konnten dann die Marsberger im Diemeltalboten unter der Über- schrift "Musikkapelle neu gegründet" lesen: "Wiederholt machte sich in der letzten Zeit das Fehlen unserer Musikkapelle bemerkbar. Die Kapelle des Musikvereins war aus verschie- denen Gründen nicht mehr lebensfähig. Nun traten im Café Gerlach zwecks Neugründung der Musikkapelle die Musiker und Vertreter der Stadtverwaltung zu einer Besprechung zu- sammen. Daraufhin wurde die Musikkapelle neu zusammengesetzt. Sie hat bereits unter neuer Führung ihre Tätigkeit wieder aufge-nommen. Außer gegebenen Anlässen an na- tionalen Feiertagen und bei Kundgebungen wird nunmehr die Kapelle in den Sommer- monaten durch verschiedene Konzerte erfreuen. Die Bestrebungen des Musikvereins verdienen allgemein unterstützt zu werden". Es ging also weiter.

 

1939

Es ging also weiter. Im August 1939 spielte man wieder in der Öffentlichkeit. Beim Fest der Kriegskameradschaft wurde ein Mittagskonzert unter Leitung von Johannes Metzger mit viel Beifall bedacht. Die einzelnen Darbietungen bestätigten, dass sich die Musikkapelle aus der längeren Erstattung gut erholt hatte und beachtliche Fortschritte machte. Das zeigt sich auch bei den Konzert- und Tanzstücken auf dem Schützenplatz

(Quelle: Diemeltalbote vom 19. August 1939).

 

Mit Ausbruch des 2. Weltkrieges rief es fast alle Mitglieder zu den Waffen. Das war praktisch das Ende der erst 1938 neu gegründeten Kapelle.







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