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Viele Probenräume waren schon "quasi" Heimatvon Wolfgang Tack
Odyssee der Musiker/-innen des Marsberger Musikvereins mit Bau der Fluchttreppe an der Realschule
Seit Jahren schon hatte der Musikverein Marsberg für seine wöchentlichen Proben ein festes Übungslokal. Die Rede ist hier von dem Raum unter dem Dach im Altbau der Realschule. Dort waren wir Musiker längst wie zu Hause, bis der Probenraum durch die Brandaufsicht des Hochsauerlandkreises geschlossen wurde. Der Musikverein probte schon über 30 Jahre in der Realschule. Diese Kontinuität war nicht immer so, und somit ist das Thema heute aktueller wie nie zuvor.
Café Gerlach in der Trift (heute FORUM)
Vor dem Kriege probte die Musik lange bei Café Gerlach in der Trift. Familie Gerlach hat nach überlieferten Äußerungen den Musikverein Marsberg auch sonst auch nach Kräften unterstützt. Aus der damaligen Zeit stammt die "alte" große Trommel.
Hühnerwiemen bei Poelmanns (heute abgerissen und Standtort eines neuen Geschäftshauses)
Nach dem Krieg begann man zunächst auf dem so genannten "Hühnerwiemen" bei Kloke Poelmann. Dieses Gebäude zur Kirchstraße ist noch vielen Älteren in Erinnerung. Es wurde seinerzeit im Zuge des Jugendheimbaues abgebrochen; wie auch das Hotel Kloke Poelmann vor einigen Jahren abgerissen wurde.
"kleine Schule" (heute abgerissen und nun Standort des kath. Kindergartens)
Von dort verschlug es die Musiker in die "kleine Schule" am Turnplatz. Diese wurde abgerissen - heute steht dort der katholische Kindergarten.
Volksschule am Kirchplatz (heute abgerissen)
Als der Musikverein hier obdachlos wurde, zog er in die Volksschule am Kirchplatz – welche ebenfalls abgebrochen wurde.
Somit wurde der Musikverein wieder heimatlos. Nächste Station der Irrfahrten war dann die Augustinus-Baumann-Schule an der „Burgstraße“ – heute „Am Burghof“. Geübt werden durfte im Werkraum. Besondere Erinnerung: Vor und nach der Probe mussten die Werkbänke zu recht gerückt werden; es durfte auch nicht zu laut und nicht zu lange geblasen werden. Der Hausmeister war immer pünktlich zum Abschließen vor Ort.
Von der Augustinus-Baumann-Schule ging es irgendwann in die heutige Realschule. Als der Um- und Erweiterungsbau der Realschule begann, war die Zeit mit einem Raum erneut zu Ende. Den Musikverein verschlug es in die Aula der damals neuen Hauptschule in der Trift. Aus Gründen der Reinlichkeit musste nicht nur eine Sitzunterlage entrollt werden, sondern die Musiker erinnern sich noch etwas ironisch an die "Spucknäpfe", die jeweils aufzustellen waren.
Froh war man natürlich, als die Realschule fertig war und nach dort zurückgezogen werden durfte. Wie Eingangs erwähnt, hier fühlt sich der Musikverein wohl und dankt der Stadt für dieses Domizil. So viele Umzüge verbanden sich natürlich mit manchem Wehmutstropfen. Der große Schrank voller Noten konnte nicht alle Veränderungen mitmachen. Während der Umbauzeit der Realschule bis ca. 1975 blieb er oben unter dem Dach stehen.
Bedauerliches Fazit: Er wurde aufgebrochen und geräubert. Viele Noten waren dadurch weg. Schwerer wog allerdings der Verlust von vier herrlichen gestickten Fanfarentüchern mit samt der Instrumente. Ein einziges Fanfarentuch ist vor einigen Jahren wieder aufgetaucht; die Instrumente sind bis heute verschwunden.
Vor diesem genannten Hintergrund ist es - so denken wir - durchaus verständlich, dass wir Musikerinnen und Musiker vom Musikverein Marsberg nach der Schließung unseres Probenraums in der Realschule durch die Brandaufsicht des Hochsauerlandkreises weiter an der Räumlichkeit festgehalten haben. Grund der Schließung war ein weiteres, derzeit fehlendes Treppenhaus, welches im Dachgeschoss als Notausgang im Brandfall dienen soll.
Da die Stadt Marsberg die Finanzierung an ihrem Gebäude nicht übernimmt, war eine Finanzierung durch den Musikverein die einzige Lösung den Probenraum weiter nutzen zu können. Auf der Generalversammlung wurde ein entsprechender Finanzplan beschlossen. Alle für die Musik geplanten Investitionen zum Kauf von Instrumenten und Planungen zur Instrumentalausbildung mussten nun über einen unbekannten Zeitraum in den Hintergrund rücken.
25.06.2009
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Proberäume
von Café Gerlach bis zur Realschule
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